Systemisches Fungizid gegen Pythium- und Phytophthora-Arten an Zierpflanzen und gegen Falsche Mehltaupilze sowie Pythium- und Phytophthora-Arten an vielen Gemüsekulturen

Produktvorteile
  • Ausgezeichnete Wirksamkeit gegen Oomyceten-Pilze wie Phytophthora spp. und Pythium spp.
  • Ideal für die Jungpflanzenanzucht dank lang anhaltender Wirkungsdauer
  • PROPLANT hat eine stark stimulierende Wirkung, welche besonders in der vermehrten Ausbildung von Wurzeln und Blüten sichtbar wird
  • Sehr selektiv/ kulturpflanzenverträglich
  • Ausgezeichnete Regenfestigkeit
Summary/Passport

Zulassungsnummer: 024508-00

Wirkstoff: 722 g/ l Propamocarb-Hydrochlorid (66,9 Gew. - %))

Formulierung: Wasserlösliches Konzentrat [SL]

Wirkstoffaufnahme: Systemische Verteilung in der Pflanze

FRAC-Klasse: F4 (Carbamate)

Mode of action: Propamocarb ist ein Lipidsynthesehemmer. Der Wirkstoff stört die Bildung von Pilzzellwänden, indem er die Synthese von Phospholipiden und Fettsäuren inhibiert. Dieser Prozess behindert das Myzelwachstum, die Sporenproduktion und die Keimung.

Packungsgröße(n): 1 l Kanister, 5 l Kanister

Registered Use
Kultur AWM Wirksamkeitspektrum Anzahl der Behandlungen Anwendungstermin

Salate (Freiland)

1,5 l/ ha (in 1000 l Wasser)

Falscher Mehltau (Bremia lactucae)

3

Bei Infektionsgefahr

Kohlgemüse, Fruchtgemüse, Frische Kräuter, Blattgemüse (Jungpflanzenanzucht im Gewächshaus)

5 ml/ m2  (in 3 l Wasser/ m2)

Pythium- und Phytophthora-Arten

2

Bei Infektionsgefahr

Zucchini (Gewächshaus)

3,0 l/ ha (in 600 l Wasser)

Falscher Mehltau (Pseudoperonospora cubensis)

3

Bei Infektionsgefahr

Tulipa-Arten (Gewächshaus)

0,3 % im Tauchverfahren

Pythium- und Phytophthora-Arten

1

Unmittelbar vor dem Strecken

Zierpflanzen ausgenommen Tulipa-Arten (Gießverfahren; Gewächshaus)

5 ml/ m2  (in 3 l Wasser/ m2)

Pythium- und Phytophthora-Arten

Max. 2 bzw. 3 für Kultur und Jahr

Bei Infektionsgefahr n. der Saat, dem Strecken o. Pikieren

Zierpflanzen ausgenommen Tulipa-Arten (Tauchverfahren; Gewächshaus)

0,3 % im Tauchverfahren

Pythium- und Phytophthora-Arten

Max. 1 bzw. 3 für Kultur und Jahr

Bei Infektionsgefahr

Spectrum of Efficacy

Herstellung der Spritzbrühe:
Spritztank, Gieß- oder Tauchgefäß mit der halben erforderlichen Wassermenge füllen, PROPLANT unter gründlichem Rühren zugeben und restliche Wassermenge auffüllen. Entleerte Packungen gründlich mit Wasser spülen und Spülwasser der Spritz-, Tauch- bzw. Gießbrühe beigeben.

Reinigung der Geräte:
PROPLANT wirkt auf Metalle, mit Ausnahme von VA-Stahl, korrosiv. Daher sind Ausbringungsgeräte nach der Arbeit mit klarem Wasser durchzuspülen und zu reinigen. Anschließend Reinigungsflüssigkeit (1:10 verdünnt) auf der zuvor behandelten Fläche ausbringen.

Directions of Use
Schadorganismus Applikationstermin Aufwandmenge [l/ ha]

Falscher Mehltau (Bremia lactucae)

Bei Infektionsgefahr bzw. ab Warndiensthinweis

1,5 l/ha spritzen in 1000 l Wasser/ha

Pythium- und Phytophthora-Arten

Bei Infektionsgefahr bzw.
unmittelbar vor dem Stecken

Siehe auch Tab. „Von der Zulassungsbehörde festgesetzte Anwendungsgebiete und Anwendungsbestimmungen

Falscher Mehltau (Pseudoperonospora cubensis)

Bei Infektionsgefahr bzw. ab Warndiensthinweis

3,0 l/ha spritzen in 600 l Wasser/ha

GEMÜSEBAU
Gemüsebau Kohlgemüse, Fruchtgemüse, frische Kräuter, Blattgemüse (Jungpflanzenanzucht Gewächshaus) gegen Pythium- und Phytophthora-Arten: 5 ml/ m² gießen in 3 l Wasser pro m² zur Jungpflanzenanzucht.
Anwendungszeitpunkt: bei Infektionsgefahr Max. 2 Anwendungen für die Kultur bzw. je Jahr im Abstand von 7 bis 21 Tagen.
Salate (Freiland) gegen Falscher Mehltau (Bremia lactucae): 1,5 l/ ha spritzen in 1000 l Wasser/ ha. Anwendungszeitpunkt: bei Infektionsgefahr bzw. ab Warndiensthinweis
Maximal 3 Behandlungen für die Kultur bzw. je Jahr im Abstand von maximal 10 Tagen.
Zucchini (Gewächshaus) gegen Falscher Mehltau (Pseudoperonospora cubensis): 3 l/ ha spritzen in 600 l Wasser/ha.
Anwendungszeitpunkt: bei Infektionsgefahr bzw. ab Warndiensthinweis
Maximal 3 Behandlungen für die Kultur bzw. je Jahr im Abstand von 7 bis 10 Tagen.

ZIERPFLANZENANBAU
Tulipa-Arten (Gewächshaus) gegen Pythium- und Phytophthora-Arten: 0,3 % im Tauchverfahren.
Anwendungszeitpunkt: unmittelbar vor dem Stecken Max. 1 Anwendung für die Kultur bzw. je Jahr.
Zierpflanzen (ausgenommen Tulipa-Arten; Gewächshaus) gegen Pythium- und Phytophthora-Arten: 5 ml/ m² gießen in 3 l Wasser pro m².
Anwendungszeitpunkt: bei Infektionsgefahr nach der Saat oder nach dem Stecken und nach dem Pikieren Max. 2 Anwendungen, max. 3 für die Kultur bzw. je Jahr.
Zierpflanzen (ausgenommen Tulipa-Arten; Gewächshaus) Gegen Pythium- und Phytophthora-Arten: 0,15 % im Tauchverfahren zur Jungpflanzenanzucht. Anwendungszeitpunkt: bei Infektionsgefahr Max. 1 Anwendung, max. 3 für die Kultur bzw. je Jahr.

Tipps für den Einsatz in Zierpflanzen:
PROPLANT nur bei feuchtem Substrat bzw. Boden anwenden. Auch nach der Anwendung soll der Wurzelraum normal feucht gehalten werden. Dies gilt auch für die Behandlung in Wintermonaten, in denen die Substrate meist relativ trocken gehalten werden. Die Anwendung von Flüssigdüngern und/ oder Wachstumsregulatoren sollte in die Zeit zwischen zwei PROPLANT-Behandlungen gelegt werden. Um eine befriedigende Bekämpfung von Phytophthora cryptogea z.B. an Gerbera oder Phytophthora cinnamomi bei Erica gracilis zu erreichen, ist es unerlässlich, PROPLANT vorbeugend, d.h. vor allem zu Beginn und während der ersten Monate der Kultur einzusetzen. Sobald die keimende Saat die Samenschalen über das Saatbeet schiebt, wird empfohlen, erneut mit Wasser abzugießen bzw. zu beregnen, damit der noch an der Schale haftende Wirkstoff in den Wurzelbereich geschwemmt wird.

Tipps für den Einsatz in der Stecklingsvermehrung:
Bei Einsatz von „peat pellets“ in der Stecklingsvermehrung, z.B. Jiffy 7, müssen diese nach dem Auslegen zuerst mit Wasser zum Aufquellen gebracht werden, bevor PROPLANT wie oben beschrieben angewendet wird. Für die Stecklingsvermehrung in Grodan (Steinwolle) ist PROPLANT in den empfohlenen Aufwandmengen nicht geeignet! Zur Tauchbehandlung von Tulpenzwiebeln sollten die Zwiebeln vor dem Tauchbad geschält werden (Wurzelkranz nicht beschädigen!). Die getauchten Zwiebeln in den behandelten Boden stecken und gründlich mit Wasser angießen.

Verträglichkeit:
Das Präparat zeichnet sich durch eine besonders gute Pflanzenverträglichkeit aus. In vielen Fällen wurde eine wachstumsstimulierende Wirkung an den behandelten Pflanzen beobachtet. Durch Gewebekultur vermehrte Pflanzen können direkt nach dem Pikieren aus dem Reagenzglas oder Ähnlichem behandelt werden.

Wartezeiten
Zucchini: 3 Tage
Salate: 7 Tage
Tulipa-Arten, Zierpflanzen: Die Festsetzung einer Wartezeit ist ohne Bedeutung.

Kohlgemüse, Fruchtgemüse, frische Kräuter, Blattgemüse: Die Wartezeit ist durch die Anwendungsbedingungen und/ oder die Vegetationszeit abgedeckt, die zwischen Anwendung und Nutzung (z.B. Ernte) verbleibt bzw. die Festsetzung einer Wartezeit in Tagen ist nicht erforderlich.

Safety

(NB6641): Das Mittel wird bis zu der höchsten durch die Zulassung festgelegten Aufwandmenge oder Anwendungskonzentration, falls eine Aufwandmenge nicht vorgesehen ist, als nicht bienengefährlich eingestuft (B4).
(NN130): Das Mittel wird als nichtschädigend für Populationen der Arten Pardosa amentata und palustris (Wolfspinnen) eingestuft.
(NN160): Das Mittel wird als nichtschädigend für Populationen der Art Aleochara bilineata (Kurzflügelkäfer) eingestuft.
(NN165): Das Mittel wird als nichtschädigend für Populationen der Art Poecilus cupreus (Laufkäfer) eingestuft.
(NW642-1): Die Anwendung des Mittels in oder unmittelbar an oberirdischen Gewässern oder Küstengewäs-sern ist nicht zulässig. Unabhängig davon ist der gemäß Länderrecht verbindlich vorgegebene Mindestabstand zu Oberflächengewässern einzuhalten. Zuwiderhandlungen können mit einem Bußgeld bis zu einer Höhe von 50.000 Euro geahndet werden.
(SP1): Mittel und/ oder dessen Behälter nicht in Gewässer gelangen lassen.
(EUH401): Zur Vermeidung von Risiken für Mensch und Um-welt die Gebrauchsanleitung einhalten.
(SB001): AnwenderschutzJeden unnötigen Kontakt mit dem Mittel vermei-den. Missbrauch kann zu Gesundheitsschäden führen).
(SB110): Die Richtlinie für die Anforde-rungen an die persönliche Schutzausrüstung im Pflanzenschutz „Persönliche Schutzausrüstung beim Umgang mit Pflanzenschutzmitteln“ des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebens-mittelsicherheit ist zu beachten.
(SE110): Dicht abschließende Schutzbrille tragen beim Umgang mit dem unverdünnten Mittel.
(SF1891): Das Wiederbetreten der behandelten Flächen/Kulturen ist am Tage der Applikation nur mit der persön-lichen Schutzausrüstung möglich, die für das Ausbringen des Mittels vorgegeben ist. Nachfol-gearbeiten auf/ in behandelten Flächen/ Kulturen dürfen grundsätzlich erst 24 Stunden nach der Ausbringung des Mittels durchgeführt werden.
Innerhalb 48 Stunden sind dabei der Schutzanzug gegen Pflanzenschutzmittel und Universal-Schutz-handschuhe (Pflanzenschutz) zu tragen.
(SS110): Universal-Schutzhandschuhe (Pflanzenschutz) tragen beim Umgang mit dem unverdünnten Mittel. (SS2101): Schutzanzug gegen Pflanzenschutzmittel und festes Schuhwerk (z.B. Gummistiefel) tragen beim Umgang mit dem unverdünnten Mittel.
(SS610): Gummischürze tragen beim Umgang mit dem unverdünnten Mittel.

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