Arysta

Hochkonzentriertes, organisches Kontaktfungizid zum vorbeugenden Einsatz in Kernobst gegen Apfel- und Birnenschorf, gegen Obstbaumkrebs, gegen Bitterfäule an Süß- und Sauerkirschen und gegen pilzliche Erkrankungen an Beerenobst. Im Rahmen der Schorfbekämpfung werden auch Erreger von Kelch- und Fruchtfäulen wie Nectria (Obstbaumkrebs), Gloeosporium, Monilia und Botrytis mit erfasst. MALVIN WG ist besonders kulturverträglich und fördert gesunden Blattstand, die Ausbildung eines dichtzelligen Fruchtschalengewebes sowie die Verkorkung und Heilung von Risswunden auf der Fruchtoberhaut. MALVIN WG ist uneingeschränkt im integrierten Obstbau einsetzbar.

Produktvorteile
  • MALVIN WG ist breit zugelassen und kontrolliert einige der Hauptkrankheiten auf einer Vielzahl an Kulturen (Apfel, Birne, Brombeere, Erdbeere, Süß- und Sauerkirschen, uvm.)
  • Keine Resistenz-Probleme aufgrund Multi-site Wirkmechanismus
  • Die Formulierung als anwenderfreundliches Granulat ohne Schaumbildung bedeutet freie Düsen, freie Filter und hohe Schlagkraft
  • Unschädlich für Nützlinge
  • MALVIN WG hat sich im Markt seit Jahren als hervorragendes Kontaktfungizid zur Schorfkontrolle in Apfel und Birnen bewährt
Kenndaten

Wirkstoff: 800 g/kg Captan

Formulierung: Wasserdispergierbares Granulat [WG]

Wirkstoffaufnahme: Protektive Wirkung (Kontaktfungizid)

FRAC-Klasse: M4 (Pthalimide)

Wirkungmechanismus: Captan ist ein unspezifischer Thiolreaktant, mit einer vorwiegend protektiven (vorbeugenden) Wirkung, der über die Hemmung der Atmung einer Vielzahl von pilzlicher Krankheiten wirkt. Die Unterbrechung der Atmungskette macht es dem Pilz unmöglich Energie zu produzieren. Als Resultat vermindert Captan die Pilzsporenkeimung, das Wachstum und die Sauerstoffaufnahme. Ein Prozess der zum Tod des Pilzes führt.
Captan kontrolliert Pilze durch eine Reduzierung der Sporulation durch Hemmung der enzymatischen Aktivität sowie durch die Inhibierung der Atmung durch negative Beeinflussung des Elektronentransportes. Als Resultat kommt es zu einer Vergiftung des Schadorganismus durch freigesetztes Thiophosgen.

Kulturen: Kernobst, Beerenobst, Kirschen, Erdbeeren

Gebinde: 10 kg Packung

Zugelassene
Anwendungsgebiete
Kultur AWM Wirksamkeitspektrum Anzahl der Behandlungen Anwendungstermin
Apfel, Birne 0,6 kg/ha und je m Kronenhöhe (0,12 %) Schorf (Venturia spp.) 13 (Anwendungen im Abstand von 5 bis 7 Tagen in der Kultur bzw. je Jahr; bei hohem Infektionsdruck, starken Niederschlägen und großem Blattzuwachs auch kürzer) Bei Infektionsgefahr bzw. ab Warndiensthinweis
Süßkirsche 0,6 kg/ha und je m Kronenhöhe (0,12 %) Bitterfäule 3 (Anwendungen im Abstand von 7 bis 14 Tagen in der Kultur bzw. je Jahr) Bei Befallsbeginn bzw. Sichtbarwerden der ersten Symptome
Himbeere 1,8 kg/ha Rutensterben 2 (Anwendungen im Abstand von 7 bis 14 Tagen in der Kultur bzw. je Jahr) Nach der Beerenernte (BBCH 91 bis 97)
Heidelbeere 1,8 kg/ha Triebsterben 2 (Anwendungen im Abstand von 7 bis 14 Tagen in der Kultur bzw. je Jahr) Nach der Beerenernte (BBCH 91 bis 97)
Brombeere 1,8 kg/ha Rankenkrankheit 2 (Anwendungen im Abstand von 7 bis 14 Tagen in der Kultur bzw. je Jahr) Nach der Beerenernte (BBCH 91 bis 97)
Apfel 0,6 kg/ha und je m Kronenhöhe (0,12 %) Obstbaumkrebs 3 (Anwendungen im Abstand von 7 bis 14 Tagen in der Kultur bzw. je Jahr) Nach der Ernte (BBCH 93 bis 97) bzw. bei Blattfall
Sauerkirschen 0,6 kg/ha und je m Kronenhöhe (0,12 %) Bitterfäule 3 (Anwendungen im Abstand von 7 bis 14 Tagen in der Kultur bzw. je Jahr) Bei Befallsbeginn bzw. bei Sichtbarwerden der ersten Symptome, Kulturstadium BBCH 71 bis 81
Anwendungs-
technik

Hinweis zur Volumendosierung:
1 kg MALVIN WG entsprechen etwa 1,25 l Volumen

Ansetzen der Spritzbrühe:
1. Tank zu 1/2 der erforderlichen Wassermenge füllen, Rührwerk einschalten.
2. MALVIN WG in den Spritzbehälter geben. Restliche Wassermenge auffüllen (bei laufendem Rührwerk).
3. Evtl. Mischpartner erst nach vollständiger Auflösung von MALVIN WG zugeben. Flüssigpartner – wenn nicht anders empfohlen – zuletzt zugeben.

Empfohlene Wasseraufwandmenge im Obstbau: 500 – 1000 l/ha

Reinigung:
Spritzgerät und -leitungen nach Gebrauch gründlich mit Wasser reinigen. Dazu ca. 20 % des Tankinhaltes mit Wasser auffüllen und die Innenflächen des Tanks mit dem Wasserstrahl abspritzen. Rührwerk für ca. 2 Minuten einschalten. Anschließend Reinigungsflüssigkeit bei laufendem Rührwerk durch die Düsen auf der zuvor behandelten Fläche verspritzen. Die regelmäßige Reinigung der Pflanzenschutzspritze von außen, insbesondere des Brühebehälters, Pumpenaggregates und Gestänges, sollte Bestandteil des normalen betrieblichen Ablaufes sein und möglichst direkt auf dem Feld erfolgen. Hierzu werden von den Geräteherstellern entsprechende Nachrüstsätze mit Wasservorratsbehältern und Reinigungsbürsten angeboten.

Anwendungs-
hinweise

Tipps für den Einsatz in Apfel und Birne:
Erreger von Kelch- und Fruchtfäulen wie Nectria, Gloeosporium, Monilia und Botrytis werden im Rahmen der Schorfbehandlung miterfasst. Nach der Blüte bis zum Stadium Walnussgröße kann der Einsatz von MALVIN WG bei einigen Sorten zu leichter Berostung führen. Bei Sonneneinstrahlung können nach der Anwendung Schäden an den Kulturpflanzen auftreten (WP732).

Achtung:
Die Plantagenbegrünung MALVIN WG-behandelter Anlagen nicht an Tiere verfüttern.

 

Schadorganismus Applikationstermin Aufwandmenge
Schorf (Venturia spp.) Bei Infektionsgefahr bzw. ab Warndiensthinweis 0,6 kg/ha und je m Kronenhöhe (0,12 %)
Bitterfäule Bei Befallsbeginn bzw. bei Sichtbarwerden der ersten Symptome 0,6 kg/ha und je m Kronenhöhe (0,12 %)
Rutensterben Nach der Beerenernte (BBCH 91 bis 97) 1,8 kg/ha
Triebsterben Nach der Beerenernte (BBCH 91 bis 97) 1,8 kg/ha
Rankenkrankheit Nach der Beerenernte (BBCH 91 bis 97) 1,8 kg/ha
Obstbaumkrebs Nach der Ernte (BBCH 93 bis 97) bzw. bei Blattfall 0,6 kg/ha und je m Kronenhöhe (0,12 %)

 

MALVIN WG ist zudem ein verträglicher Mischpartner und ist mit den folgenden Produktgruppen mischbar:

Mischpartner AWM [l_kg/ha] Bemerkungen
Gängigen Insektiziden Je nach verwendetem Produkt*
Gängigen Fungiziden Je nach verwendetem Produkt*
Gängige Arkarizide Je nach verwendetem Produkt*
Blattdünger wie z.B. Harnstoff Je nach verwendetem Produkt*
Bittersalz Je nach verwendetem Produkt*
  • * Bei Tankmischungen grundsätzlich zusätzlich die Gebrauchsanweisung der betroffenen Produkte beachten.

 

Nicht mit stark ölhaltigen oder selbst hergestellten Kupfer- oder Calciumsulfatmischungen bzw. anderen alkalischen Produkten ausbringen.

Anwender-
schutz

Jeden unnötigen Kontakt mit dem Mittel vermeiden.

(SB001) Missbrauch kann zu Gesundheitsschäden führen.

(SB110) Die Richtlinie für die Anforderungen an die persönliche Schutzausrüstung im Pflanzenschutz „Persönliche Schutzausrüstung beim Umgang mit Pflanzenschutzmitteln“ des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit ist zu beachten.

(SF1891) Das Wiederbetreten der behandelten Flächen/Kulturen ist am Tage der Applikation nur mit der persönlichen Schutzausrüstung möglich, die für das Ausbringen des Mittels vorgegeben ist. Nachfolgearbeiten auf/in behandelten Flächen/Kulturen dürfen grundsätzlich erst 24 Stunden nach der Ausbringung des Mittels durchgeführt werden. Innerhalb 48 Stunden sind dabei der Schutzanzug gegen Pflanzenschutzmittel und Universal-Schutzhandschuhe (Pflanzenschutz) zu tragen.

(SS110) Universal-Schutzhandschuhe (Pflanzenschutz) tragen beim Umgang mit dem unverdünnten Mittel.

(SS2202) Schutzanzug gegen Pflanzenschutzmittel und festes Schuhwerk (z.B. Gummistiefel) tragen bei der Ausbringung/Handhabung des anwendungsfertigen Mittels.

(SS422) Kopfbedeckung aus festem Stoff mit breiter Krempe tragen bei der Ausbringung/Handhabung des anwendungsfertigen Mittels in Raumkulturen.

(ST1102) Partikelfiltrierende Halbmaske FFP2 oder Halbmaske mit Partikelfilter P2 (Kennfarbe: weiß) gemäß BVL-Richtlinie für die Anforderungen an die persönliche Schutzausrüstung im Pflanzenschutz, in der jeweils geltenden Fassung, tragen beim Umgang mit dem unverdünnten Mittel.

(ST1203) Partikelfiltrierende Halbmaske FFP2 oder Halbmaske mit Partikelfilter P2 (Kennfarbe: weiß) gemäß BVL-Richtlinie für die Anforderungen an die persönliche Schutzausrüstung im Pflanzenschutz, in der jeweils geltenden Fassung, tragen bei der Ausbringung/Handhabung des anwendungsfertigen Mittels.

HINWEISE FÜR DEN NOTFALL | ZULASSUNGSAUFLAGEN | ANSPRECHPARTNER BZW. KONTAKT | TRANSPORT | UMGANG UND LAGERUNG | ENTSORGUNG | ALLGEMEINE INFORMATIONEN BZW. HAFTUNGSKLAUSEL erhalten Sie hier.

Pflanzenschutzmittel vorsichtig verwenden. Vor Anwendung stets Gebrauchsanleitung und Produktinformation sorgfältig lesen. Bitte beachten Sie die Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen auf unseren Etiketten